

Bevor wir Pau verlassen, können wir doch noch in die Pyrenäen schauen! Die Sicht ist ein bisschen getrübt, aber immerhin.

In der Nähe des Bahnhofs schauen wir uns noch die grosse Wildwasseranlage an. Für WildwassersportlerInnen hat es hier alles, was das Herz begehrt.

Es geht dann dem Fluss "le Gave de Pau" entlang, alles im Grünen und auf einem guten Veloweg. Richtig schön, so wie wir uns das wünschen.

Ich habe nichts dagegen, dass unsere Etappe heute wieder einmal flacher verläuft.

In Nay stossen wir plötzlich auf sehr viel Verkehr. Die Hauptstrasse ist verstopft und wir stehen im Stau!! Bald wissen wir warum. Hier findet gerade ein Dorffest statt und der ganze Verkehr geht mitten durch.
Auf der einen Seite hat es viele Marktstände mit Gemüse und Früchten und auf der anderen sind die Menschen am Spielen.

Es geht flach weiter durch eine wunderbare Flusslandschaft.

In Betharram fahren wir an alten Klostergemäuern vorbei, die restauriert und zu Herbergen und Museen umgebaut wurden.

Für die letzten Kilometer geht es noch in die Hügel hinein. Die Landschaft ist sehr schön aber Lourdes kommt und kommt nicht. Ich muss noch ein bisschen auf die Zähne beissen.

Dann ist auch noch der kurze Weg nach Lourdes gesperrt und wir fahren von oben in die Stadt runter. Wir sind sehr gespannt, wie viele Menschen es hat und wie gross der Rummel um diesen heiligen Ort ist.

Wir finden einen Lift, der uns senkrecht hinunter in die stark bevölkerte Innenstadt bringt. Wir kommen aus dem Lift und werden von einer grossen Masse Menschen und einem enorm hohen Lärmpegel erschlagen.

Wo sind wir hier? Es ist wie auf einem Rummelplatz. Laute Musik, Gesang, sehr sehr viele Menschen, volle Restaurants und unzählige Souvenirläden, die "heiliges Lourdeswasser" und Madonnenstatuen in allen Grössen anbieten.
Wir versuchen so schnell wie möglich von diesem Gelände wegzukommen und das Hotel zu suchen. In Lourdes werden wir in einem Stadtteil übernachten, wo es nur Hotels gibt.

Nach dem Einchecken spazieren wir auf das riesengrosse und sehr schöne Gelände mit den vielen Kirchen. Es hat auch viele Menschen, aber die Stimmung hier ist viel entspannter und sehr angenehm. Langsam können wir uns vom Schock erholen.

Bald stehen wir vor einer imposanten Kirche mit verschiedenen Etagen. Auf einer grossen Plane lesen wir die Aufschrift "Pelerinage militaire". Aha, deshalb hat es so viele Soldaten/Soldatinnen und Militärangehörige auf dem Gelände.

Es ist ein internationales Treffen/Musikfest (Soldatenwallfahrt), das jedes Jahr stattfindet und dieses Jahr von 15000 Menschen begangen wird.

Wir erklimmen die Treppen zur "Basilique Notre Dame du Rosaire" und haben von hier oben eine wunderbare Aussicht über das Gelände.

Nach dem Nachtessen in einer der stark frequentierten Gassen gehen wir ins Hotelzimmer zurück und stellen uns auf eine unruhige Nacht ein, denn die ganze Zeit marschieren Truppen singend und musizierend durch die Gassen.